André Daniels tritt als Trainer zurück

Nach der Saison ist Schluss.

Dass man mit einer Glanzleistung und einem klasse 8:1 Erfolg im letzten Spiel die Saison nicht so richtig krönen konnte, war nur aufgrund des Ergebnisses in Hilfarth der Fall. Die 1. Mannschaft des SC Wegberg schaffte dieses Jahr nur knapp nicht den schon so lang ersehnten Aufstieg in die Kreisliga A zurück. Am Ende war es nur ein Punkt weniger, als der Tabellenerste aus dem Rurtal.

Eine Konsequenz, die bereits schon zum Beginn der Rückrunde fest stand, ist der Rücktritt des seit September 2012 trainierenden Chefcoach André Daniels. SCW aktuell traf sich mit dem Cheftrainer einen Tag nach seinem letzten Spiel.

André, seit wann stand für dich fest, dass du nicht Trainer der Saison 2014/2015 in Wegberg sein wirst?

Über die Winterpause habe ich mir einige Gedanken machen müssen, wie der Beruf und die Aufgaben des Trainers der 1. Mannschaft beim SC Wegberg zu vereinbaren sind. Teilweise musste ich meine Arbeit sogar verschieben, sodass ich es zeitlich nur schwer geschafft habe bei jedem Training oder auch bei einem Spiel nicht anwesend zu sein. Oft auch musste ich nach einem langen und anstrengenden Spieltag noch in der Nacht losfahren, um meine Arbeit auszuführen.

Das heißt wenn die Mannschaft aufgestiegen wäre, hättest du trotzdem aufgehört?

Ja. Das hat mit dem nicht-Aufstieg nichts zu tun.

Wenn du jetzt die fast zwei Jahre mal reflektierst, wie würdest du die Entwicklung im Bereich der I. und II. Mannschaft einschätzen?

Bei meinem Amtsantritt war alles ziemlich chaotisch hier in Wegberg. Es gab keine Seniorenabteilung, nur eine 1. und eine 2. Mannschaft. Das ist in den fast zwei Jahren sehr zusammen gewachsen. In der Rückrunde 2012/13 und vor dieser Saison wurde allen Spielern klar gemacht, dass wir eine gemeinsame Abteilung sind und sich gegenseitig geholfen werden muss. So schaffte die Zweite Mannschaft auch damals den schon nicht mehr geglaubten Klassenerhalt. Ich möchte hier unseren 1. Vorsitzenden zitieren, der nach dem Schwanenberg Spiel gestern folgendes sagte: “Seit 15 Jahren ist es das erste mal, dass wir endlich wieder eine “Mannschaft” in Wegberg haben. Ich habe noch nie vorher erlebt, dass Spieler heulend zum Trainer kommen, weil irgendwas nicht klappt. “Das ist für mich mehr wert, als irgendwelche Gelder und macht einen persönlich vor allem sehr stolz.

Wie schwer fällt dir der Abschied jetzt nach der guten Saison?

Sehr sehr schwer. Das ist schon fast, wie wenn man seine Freundin verliert. In den letzten knapp zwei Jahren sind große Freundschaften entstanden und die zählen alle für mich zur Familie. Da schließe ich auch meine Freundin mit ein, sie empfindet das genau so. Gestern beim Spiel kam ich in die Kabine rein und musste noch nicht mal die Aufstellung machen. Die Mannschaft hat sich das so gewünscht und für mich war das dann natürlich in Ordnung. Das spricht für die Mannschaft.

Kommen wir jetzt mal zu deinem Nachfolger zu sprechen. Welche Eigenschaften muss der Trainer der nächsten Saison haben?

Meine. (lacht). Nein quatsch, er sollte ein umgänglicher, offener Mensch sein. Die Mannschaft braucht keine starke Hand, sondern einen Kumpeltyp. Dann tun die Jungs auch alles für einen. Hier passt wieder ein Zitat von Manfred Vits: “Ausländerimmigration, da können sich viele etwas beim SC Wegberg abgucken.” Er muss die Mannschaft weiterhin so zusammenhalten, wie sie jetzt ist. Er übernimmt eine intakte Mannschaft, da alle Spieler (ausgenommen von dem bereits nach Beeck gewechselten Dominik Kruczek) mir die Hand darauf gegeben haben, nächstes Jahr mit etwas mehr Glück den Aufstieg über die Bühne zu bringen.

Dieses Jahr haben 6 Spieler der A-Jugend bei beiden Seniorenmannschaften mitspielen dürfen. Das war in den letzten Jahren nie der Fall. Wieso hast du so stark auch auf die A-Jugendspieler gesetzt?

a) Weil ich da große Stücke drauf halte. b) Das sollte der Weg des SC Wegberg sein. Auf die Jugend sollte mehr gebaut werden, als auf Spielern von anderen Vereinen. c) Natürlich müssen auch diese jungen Spieler die Klasse und Einstellung haben, um Erste Mannschaft beim SC Wegberg spielen zu können. Sicherlich liegt das auch daran, dass ich ursprünglich aus der Jugendabteilung komme und gesehen habe, dass das bisher versäumt wurde.

Was möchtest du deiner Mannschaft noch mit auf den Weg geben?

Eigentlich ist die Frage ganz einfach zu beantworten. Die Mannschaft sollte so bleiben wie sie jetzt ist.

Wem möchtest du besonders Dank sagen, für die Zusammenarbeit in den letzten zwei Saisons?

In erster Linie dem Vorstand. Wer einen Engländer als Trainer einstellt, kann sie ja normal nicht alle haben. Natürlich auch dem Trainer der Reserve, Gottfried Reiners. Auch den Fans oder wie ich sie nenne, die Familie des SC Wegbergs möchte ich ganz besonderen Dank für die sehr gute Unterstützung aussprechen. Ganz besonderen Dank und Lob geht an den A-Jugend Trainer Thomas Lindner, mit dem die Zusammenarbeit vor allem in dem letzten Jahr super war. Mit ihm habe ich auch eines meiner Ziele erreicht. Sechs Spieler in den Seniorenbereich zu bringen ist hervorragend. Ganz besonders danken möchte ich natürlich unserer Mannschaft, die mir auf Schritt und Tritt gefolgt ist, egal was ich gesagt habe. Denen wünsche ich nächstes Jahr ganz besonders den Erfolg für den Aufstieg nächste Saison in die Kreisliga A, da, wo der SCW hin gehört. Quasi: “Atemlos durch die Nacht!”.

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