Vom Kontrollverlust zum Jubelrausch: Wegberg II entscheidet das Derby spät für sich


[SCW-Red.] Es war angerichtet für einen echten Fußballabend: Freitagabend, Flutlicht, Derby und Temperaturen rund um den Gefrierpunkt. Dazu feuchte Luft und leichter Dunst, der dem Hans Gisbertz Stadion eine ganz besondere Atmosphäre verlieh. Auf dem Platz trafen der SC Wegberg II und die SG Merbeck/Viktoria aufeinander. Was zunächst nach einem souveränen Abend für die Hausherren aussah, entwickelte sich zu einem echten Geduldsspiel, das erst in einer turbulenten Schlussphase entschieden wurde. Am Ende durfte Wegberg dank eines Dreierpacks von Manuel Küppers einen hart erkämpften 3:1-Erfolg bejubeln.

Dabei erwischte der SC einen vielversprechenden Start. Wegberg war von Beginn an präsent, ließ den Ball ordentlich durch die eigenen Reihen laufen und setzte den Gegner unter Druck. Die ersten 20 bis 30 Minuten gehörten klar den Hausherren, die konzentriert agierten und den Gegner laufen ließen. Der verdiente Lohn folgte in der 21. Minute: Manuel Küppers brachte den SC Wegberg II mit 1:0 in Führung.

Doch anstatt die gewonnene Sicherheit mitzunehmen und das Spiel weiter zu kontrollieren, schlichen sich plötzlich unerklärliche Unruhe und Unkonzentriertheiten ein. Auch verbal wurde es auf dem Platz zunehmend unruhiger. Gewonnene Bälle wurden kaum noch spielerisch verarbeitet, sondern häufig mit hohen Bällen nach vorne befördert. Die Folge waren zahlreiche Ballverluste, die Merbeck immer wieder Möglichkeiten eröffneten, gefährlich vor das Wegberger Tor zu kommen. Ein Spielverlauf, der dem Trainerteam überhaupt nicht schmecken konnte.

Entsprechend wenig begeistert dürfte die Halbzeitansprache ausgefallen sein. Im Mühlenstübchen dauerte die Besprechung jedenfalls etwas länger. Ob das ausschließlich an der taktischen Analyse oder vielleicht doch auch an den deutlich angenehmeren Temperaturen im Innenraum lag, bleibt ein Geheimnis.

Nach dem Seitenwechsel schien Wegberg die Worte des Trainerteams zunächst verstanden zu haben. Der SC bemühte sich wieder um einen geordneten Spielaufbau und kam auch zu einigen gefährlichen Aktionen. Allerdings stand Merbeck gut organisiert und machte den Hausherren das Leben schwer. Wenn Wegberg doch einmal gefährlich vor das Gästetor kam, war der Schlussmann der SG zur Stelle und verhinderte mit starken Paraden einen weiteren Treffer.

Erneut schaffte es Wegberg, über rund 30 Minuten eine ordentliche Leistung auf den Platz zu bringen. Doch wie schon im ersten Durchgang verfiel die Mannschaft anschließend wieder in alte Muster. Lange, hohe Bälle und unnötige Ballverluste bestimmten zunehmend das Geschehen. Diesmal sollte sich die fehlende Konsequenz rächen: In der 80. Minute nutzte Normen Greven eine Gelegenheit und erzielte den 1:1-Ausgleich für die SG Merbeck/Viktoria.

Plötzlich war das Derby wieder völlig offen. Die Partie stand auf der Kippe und die Gäste witterten ihre Chance, möglicherweise sogar noch mehr als einen Punkt aus Wegberg mitzunehmen. Doch die Hausherren wollten sich an diesem Freitagabend nicht mit einem Unentschieden zufriedengeben. Wegberg raffte sich noch einmal auf und suchte den Weg nach vorne.

In der 90. Minute schien Manuel Küppers dann zum Matchwinner zu werden. Mit seinem zweiten Treffer des Abends brachte er den SC erneut in Führung und sorgte für großen Jubel auf und neben dem Platz. Doch damit war die Geschichte dieses Derbys noch längst nicht zu Ende geschrieben.

In der dritten Minute der Nachspielzeit legte Küppers nach und schnürte mit dem 3:1 seinen Dreierpack. Ein Treffer, der endgültig für Erleichterung bei den Wegbergern sorgte und die letzten Zweifel am Heimsieg beseitigte.

Am Ende stand ein 3:1-Derbysieg für den SC Wegberg II, der angesichts des Spielverlaufs sicherlich hart erarbeitet war. Die Mannschaft zeigte phasenweise guten Fußball, machte sich das Leben durch Unruhe, Unkonzentriertheiten und unnötige Ballverluste aber selbst schwer. Dass am Ende trotzdem drei Punkte heraussprangen, lag nicht zuletzt an einem Mann: Manuel Küppers, der mit drei Treffern zum entscheidenden Akteur des Abends wurde.

Drei Punkte bleiben in Wegberg, der Derbysieg ist eingetütet und der Freitagabend gerettet. Das Trainerteam dürfte sich allerdings wünschen, dass die Mannschaft beim nächsten Flutlichtspiel nicht ganz so viele Nerven kostet. Denn eines ist sicher: Ein bisschen mehr Ruhe am Ball wäre auch bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt eine ziemlich angenehme Sache gewesen.

 
 
 
Karte
Instagram