[Bericht aus der RP-online]


[von Antonia Jackels] Wegberg · Für sein Freiwilliges Soziales Jahr ist Basil Mattox aus Athens im US-Bundesstaat Georgia nach Wegberg gekommen. Beim SC Wegberg hat der junge Amerikaner nicht nur eine neue sportliche Heimat gefunden, sondern auch Menschen, die ihn herzlich aufgenommen haben. Sein Ziel: seine Leidenschaft für den Fußball weitergeben und sich als Trainer weiterentwickeln.


Fußball in Amerika erlebt in den vergangenen Jahren einen regelrechten Aufschwung. Der Sport gewinnt sowohl bei Zuschauern als auch bei Spielern zunehmend an Beliebtheit. In Deutschland ist die Begeisterung für das Spiel allerdings schon viel länger fest verankert. Auch Basil Mattox nimmt wahr, dass der Fußball hierzulande einen höheren Stellenwert hat. Die Ausdauer, der Zusammenhalt im Team und der unbändige Kampfgeist brachten ihn schließlich ins Flugzeug zum SC Wegberg.

Mehrere Vereine standen zur Auswahl, doch die Suche nach dem passenden Ort für sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zog sich hin. SC-Trainer Marc Baltes war schließlich der Erste, der mit einem konkreten Plan und einer ausgesprochen optimistischen Haltung auf den jungen Sportler zuging. Damit überzeugte er Basil direkt davon, sein FSJ in Wegberg zu absolvieren. Die Begeisterung des Trainers gab ihm das Gefühl, willkommen und wertgeschätzt zu sein. Das machte ihm die Entscheidung leicht.

Dieser Eindruck bestätigte sich auch, als Basil den Verein näher kennenlernte. „Wenn ich jemanden Neuen kennenlerne, interessiert die Person sich direkt dafür, warum ich hier bin und was ich mache“, erzählt er. So habe er schnell das Gefühl bekommen, wirklich Teil der Gemeinschaft zu sein. Die Stimmung in der Mannschaft sei von einer Mischung aus Spaß und Ehrgeiz geprägt. Damit kann sich Basil gut identifizieren. Seine Leidenschaft für den Sport kommt dabei nie zu kurz. Die körperliche Arbeit schätzt er, und auch die Anstrengung macht ihm wenig aus.

Mit seinen Verwandten und Bekannten in den USA hält er weiterhin Kontakt. Inzwischen hat er sich jedoch problemlos in der Region eingelebt. Sein Arbeitstag besteht aus verschiedenen Aufgaben: Er trainiert Jugendmannschaften und steht selbst bei den Senioren auf dem Platz. Sowohl in den Schulen als auch auf dem Fußballplatz möchte er einen positiven Beitrag leisten und anderen vermitteln, was er selbst an diesem Sport so liebt. „Es ist ein sehr komplexer Sport, der Fähigkeiten aus verschiedenen Sportarten kombiniert. Gute Zusammenarbeit ist da genauso wichtig wie Taktik“, sagt Basil.


Seine Geschichte mit dem Fußball reicht weit zurück. Bereits mit fünf Jahren begann er, selbst zu spielen. Die Faszination für den Sport ließ ihn seitdem nicht mehr los. Während sich viele junge Menschen Jahre später Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen und das Spielen zunehmend als Hobby betrachten, steht für Basil fest, dass sein Berufsweg etwas mit Fußball zu tun haben soll.


Aufgewachsen ist er in Athens im US-Bundesstaat Georgia, einer Universitätsstadt mit vielen Studenten. Die beruflichen Möglichkeiten in Bereichen wie Training, Teammanagement oder Spielanalyse schätzt er dort allerdings als eher begrenzt ein. Da er bereits früher fünf Monate bei entfernten Verwandten in Bremen verbracht hatte, lag es für ihn nahe, auch ein Studium in Deutschland in Betracht zu ziehen.

Auch sprachlich hat Basil in kurzer Zeit große Fortschritte gemacht. Sein Ratschlag an alle, die eine neue Sprache lernen möchten: Man sollte sich möglichst viel mit ihr umgeben, jeden Tag etwas Neues dazulernen und das passende Umfeld finden. Dazu könne auch eine Feier mit deutschen Kollegen gehören. Viele hätten schließlich nicht damit gerechnet, wie gut er sich im Fußball auskennt. Einer seiner ersten „Partytricks“ sei es beispielsweise gewesen, sämtliche Spieler von Elversberg aufzuzählen.

Auch bei seiner Gastfamilie fühlt sich Basil bestens aufgehoben. Er lebt bei seinem Mitspieler Finn und ist dankbar dafür, wie herzlich, geduldig und hilfsbereit ihn alle aufgenommen haben. Gewöhnungsbedürftig waren für ihn vor allem die Fortbewegungsmöglichkeiten in Deutschland – insbesondere das viele Radfahren. Ein wenig vermisse er es schon, Auto zu fahren. In den USA gehört das für viele Jugendliche bereits ab 16 Jahren zum Alltag.

In anderer Hinsicht, so stellt Basil fest, sind junge Menschen in den Vereinigten Staaten jedoch bis zum Alter von 21 Jahren deutlich stärker eingeschränkt als in Deutschland. Hierzulande sei man mit 18 Jahren bereits viel selbstständiger und genieße mehr Freiheiten.

Insgesamt ist Basil mit seinem Leben in Deutschland sehr zufrieden. Nach dem FSJ könnte er sich vorstellen, in der Region zu bleiben und ein Studium im Sportbereich aufzunehmen. Besonders freut er sich auf die DFB-Lizenzlehrgänge, denn das Coaching interessiert ihn besonders.

Für den jungen Amerikaner bedeutet Fußball Leidenschaft – und zugleich die Möglichkeit, sich ständig weiterzuentwickeln und persönlich zu wachsen. Diese Einstellung hilft ihm, sowohl als Spieler auf dem Platz als auch als Trainer der jüngeren Mannschaften Professionalität und Freude am Sport zu vermitteln.


Der SC Wegberg und Trainer Marc Baltes freuen sich auf die gemeinsame Zeit mit ihm. Basil Mattox hat in Wegberg nicht nur einen neuen Verein gefunden, sondern auch eine Gemeinschaft, in der er seine Begeisterung für den Fußball teilen kann. Ein Tor für den Zusammenhalt.

 
 
 
Karte
Instagram